EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Rhede (Kr Borken) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Rhede (Kr Borken) Bahnstation Rhede (Kr Borken)
Bau und Streckeneröffnung Am 1. August 1902 ging der Teilabschnitt zwischen Bocholt und Borken (Westf) in Betrieb. Die 91,7 Kilometer lange „Baumbergebahn“ von Empel (heute Empel-Rees) nach Münster (Westf) der Preußische Staatseisenbahnen und damit die Gesamtstrecke wurde am 1. Mai 1908 in Betrieb genommen. Das Empfangsgebäude Rheden (Kr Borken) Der anderthalbstöckig giebelständige Putzbau besaß einen westlichen, einstöckigen, traufenständigen Anbau mit Satteldach und einen östlichen einstöckigen traufenständigen Fachwerkanbau für den langen Güterschuppen mit Seitenrampen, zu dem ein Abstellgleis führte. Auf dem Hausbahnsteig war ein Windfang angebaut worden. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 27. September 1904 ging die Verlängerung der „Baumbergebahn“ bis nach Coesfeld und 1907 weiter nach Münster Hbf in Betrieb. Am 22. Mai 1927 brannte das Stationsgebäude vollständig ab. Das zweite Empfangsgebäude 1929 wurde ein neues Stationsgebäude feierlich eröffnet. Es war ein mehrgliedriger Klinkerbau mit Walmdach. Dessen zweigeschossiges, traufenständiges Hauptgebäude besaß einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt) mit Bahnhofsuhr, an der Orts- und an der Gleisseite. An beiden Giebelseiten wurde jeweils ein traufenständiger, eingeschossiger Anbau mit Krüppelwalmdach errichtet. Im Osten gab es einen Verbindungsgang zum langen Fachwerkgüterschuppen mit Seiten- und Kopframpe. Das fast symmetrische Gebäude besaß Rechteckfenster und Türen mit Werksteinrahmung. Die doppeltürigen Ein- und Ausgänge befanden sich in den Giebelrisaliten. Friese aus Werkstein trennen optisch die Stockwerke. In der Schalterhalle gab es Sitzbänke für die wartenden Reisenden, ein Fahrkarten- und ein Gepäckschalter. Der westliche Anbau wurde von einer Bahnhofsgaststätte genutzt, die von der Schalterhalle aus erreichbar war. An der Gleisseite gab es einen Stellwerksanbau. Die zwei Inselbahnsteige konnten nur über hölzerne Gleisübergänge erreicht werden. Die Gleisanlage hatte zwei Umfahrgleise sowie mehrere Gütergleise zur Holz- und Viehverladung sowie zur Ladestraße mit Rampe. Im westlichen Bahnhofskopf gab es einen Lokschuppen für eine Kleinlok. Ein separates zweistöckiges Wohngebäude für die Bahnbediensteten befand sich etwas östlich des Stationsgebäudes. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Ende der 1950er-Jahre erhielt der Bahnhof zwei Inselbahnsteige mit überdachten verglasten Treppenabgängen aus Milchglas, zu denen die Reisenden durch einen Personentunnel gelangten. Die Gleisschwellen im Bahnhof wurden durch Betonschwellen ersetzt. Am 1. Oktober 1961 stellte die DB den Personen- und Güterverkehr nach Burlo ein. Am 25. Mai 1974 wurde der Personenverkehr und 1983 auch der Güterverkehr nach Coesfeld eingestellt. Am 7. Februar 1989 wurde das Stationsgebäude unter Denkmalschutz gestellt. Die Deutsche Bundesbahn (DB) legte den Bahnhof 1992 still und baute die Gleise zurück. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude und der Güterschuppen stehen unter Denkmalschutz. Es wird von der Arbeiterwohlfahrt genutzt.
Bilder Rhede (Kr. Borken)
Bahnhof von 1902
Luftaufnahme
Bahnhof von 1929
Bahnhof von 1902 Bahnhof von 1929
Die Eisenbahn “kam” am 1. August 1902 nach Rhede. Also 71 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Rhede hatte zu diesem Zeitpunkt wenig Einwohner (Ende 2020 waren es 19.319 Einwohner).
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