EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Rolandseck von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Bau und Streckeneröffnung Am 15. Februar 1844 eröffnete die Bonn-Cölner Eisenbahn-Gesellschaft (BCE) die 33,38 Kilometer lange Strecke von Köln nach Bonn. 1846 beantragte die BCE den Weiterbau nach Rolandseck, der aber aufgrund von militärischen Gründen abgelehnt wurde. Ab dem 1. Januar 1857 wurde die BCE mit der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (RhE), deren Aktionäre vermögend und einflussreich waren, verschmolzen. Sie machten ihren Einfluss in Berlin geltend und erhielten die Zustimmung zum Weiterbau nach Rolandseck. Am 21. Januar 1856 war die 13,97 Kilometer lange Verbindung nach Rolandseck verlegt worden. Da es noch kein Empfangsgebäude gab, wurde in einem Festzelt die Eröffnung gefeiert. Das Empfangsgebäude Rolandseck Der Grundstein für das Stationsgebäude wurde am 12. Juni 1855 gelegt. Die Bauarbeiten zogen sich bedingt durch geologische Hindernisse bis ins Jahr 1858. Es wurde dann mit Eröffnung des Teilstücks nach Koblenz am 12. November 1858 in Betrieb genommen. Das klassizistische Stationsgebäude fiel durch seine Größe und Eleganz mit seinen hochgestelzten Seitenflügeln und einer Säulenhalle, die um das Gebäude verlief, auf. Letztere wurde vom Bahnhofsrestaurant als Sitzterrasse genutzt. Das Gebäude diente auch den Gesellschafterversammlungen der RhE. Im Erdgeschoss gab es Wartesäle, Fahrkarten- Gepäckschalter sowie eine Güterexpedition. Auf der Rheinstrecke von Köln nach Koblenz fällt das villenartige Empfangsgebäude durch seine Größe und Eleganz auf. Ungewöhnlich sind die Säulenhalle und die Sitzterrasse mit Aussicht zum Rhein hin. Der erste Zug von Koblenz kommend erreichte den Bahnhof am 11. November 1858. Im Bahnhof gab es einen Inselbahnsteig, eine Wasserstation und einen zweiständigen Lokomotivschuppen. Ein Güterschuppen mit Rampe entstand südlich des Stationsgebäudes. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Bis Ende 1868 erfolgte der zweigleisige Ausbau der „linken Rheinstrecke“. Bis 1920 erhielt das Stationsgebäude eine Teilüberdachung und Verglasung des Balkons. Später ersetzte die Reichsbahn den Inselbahnsteig durch überdachte Außenbahnsteige, die über einen Personentunnel zugänglich waren. Nach dem Krieg wurde das Gebäude nicht mehr bewirtschaftet. Durch die Initiative von Johannes Wasmuth beherbergte es das Zentrum kulturellen Lebens. Am 29. Mai 1958 begann die Verlegung der elektrischen Oberleitung auf der „linken Rheinstrecke“. 1958 wollte die Deutsche Bundesbahn (DB) das Gebäude durch ein kleineres ersetzten. Mit viel Elan und hilfreichen Kontakten in der Politik erreichte Wasmuth, das das Land Rheinland-Pfalz der DB einen Grundstückstausch vorschlug, dem diese einwilligte. Mit dem Tod von Johannes Wasmuth 1997 endete auch das kulturelle Leben im Bahnhof. Nach umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen ab 2001 wurde das Empfangsgebäude am 22. Oktober 2004 wieder eröffnet. Bei den Arbeiten setzte man aus baulichen Gründen das Gebäude in seinen Zustand von 1906 zurück. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Stationsgebäude ist als Denkmal geschützt.
Bilder Rolandseck
Bahnhof um 1860
Luftaufnahme
Bahnhof um 1860 Linke Rheinstrecke Köln Hbf Mainz Hbf Bahnstation Rolandseck Bahnstation Rolandseck Planung und Konzession